#BTW13 in Guben: Zugewinne für NPD, aber nicht mehr Prozente

veröffentlicht von Redaktion

Die Stadt Guben stellt die (vorläufigen) Endergebnisse für Erst- und Zweitstimmen zur Bundestagswahl, aufgeschlüsselt nach Wahllokalen zur Verfügung, und so haben wir nachgesehen, wie die NPD abgeschnitten hat. Eine ausführliche Analyse der vergangenen Wahlen haben wir bereits veröffentlicht. Einige Thesen daraus bestätigen sich.

Zur Bundestagswahl 2013 erzielte die NPD in Guben mit ihrem Kreisvorsitzenden Ronny Zasowk 4,7% der Erstimmen sowie 3,9% der Zweitstimmen – 2009 waren es 4,7% und 4,2%. Dabei gewann sie in absoluten Zahlen Stimmen hinzu. Für den Direktkandidaten votierten 451 Wähler (2009: 402), 379 Wähler gaben ihre Zweitstimme (2009: 357). Aufgrund einer insgesamt höheren Wahlbeteiligung wirken sich diese Zuwächse nicht in einer prozentualen Steigerung aus.

Ein Grund für den geringeren Anstieg bei den NPD-Zweitstimmen könnte im Abschneiden der Alternative für Deutschland (6,9%) liegen. Wahlanalysen zufolge hat die AfD Wähler aus allen Parteilagern angesprochen. Mit der NPD stand sie allerdings in direkter Konkurrenz in Bezug auf eine Anti-Euro-Politik.

Generell lässt sich festhalten, dass die NPD in Guben eine stabile Wählerschaft hat und sie in der Lage war, diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten auszubauen – nicht ein paar „fehlgeleitete Jugendliche“, sondern Wähler, die sich mit der Partei identifizieren können. Daneben erscheint es vielmehr so, dass die NPD es kaum geschafft hat, zusätzlich eine „Protestwähler“-Klientel für sich zu mobilisieren.

Wie in der Vergangenheit sind die NPD-Ergebnisse in den einzelnen Wahllokalen der Stadt unterschiedlich ausgefallen. Die Spitze bildete wie gehabt das Wahllokal im „Kulturzentrum Obersprucke“, wo die NPD 8,9% Erst- und 6,7% Zweitstimmen holte. Im Vergleich mit dem Landkreis Spree-Neiße ist das Gubener NPD-Ergebnis mittlerweile im Durchschnitt. In einigen Orten im Kreis konnte die NPD im Vergleich zu früheren Wahlen ihre Ergebnisse stärker ausbauen. Im Wahlkreis Cottbus/Spree-Neiße insgesamt sind die Gubener Zahlen über dem Durchschnitt.

2 Gedanken zu „#BTW13 in Guben: Zugewinne für NPD, aber nicht mehr Prozente

  1. Redaktion Artikelautor

    Auffällig am Ergebnis der NPD im Land Brandenburg ist die komplette Stagnation ihrer Wählerzahlen. 2013 und 2009 erhielt sie zur Bundestagswahl 3,4% der Erststimmen für ihre Direktkandidaten und 2,6% der Zweitstimmen. Die Veränderungen der jeweiligen absoluten Zahlen sind marginal.

    In den einzelnen Wahlkreisen liegen die Unterschiede zwischen den 2013 und 2009 erzielten Prozenten im Null-Komma-Bereich. Den höchsten Zuwachs erreichte die NPD mit +0,7% bei den Zweitstimmen im Wahlkreis Elbe-Elster/Oberspreewald-Lausitz II, wie sie generell in den südlichen/südöstlichen Wahlkreisen minimal hinzugewann. Dort erreichte die Partei ihre besten Ergebnisse im Landesvergleich – Elbe-Elster/Oberspreewald-Lausitz II: 4,8% der Erststimmen, 3,8% der Zweitstimmen; Cottbus/Spree-Neiße 4% Erststimmen, 3,2% Zweitstimmen; Frankfurt (Oder)/Oder-Spree 4,2% Erststimmen, 3,1% Zweitstimmen.

    Welchen Unterschied die NPD-Ergebnisse im Land machen, zeigt ein Blick auf die absoluten Wählerzahlen. Im Wahlkreis Potsdam/Potsdam-Mittelmark II/Teltow-Fläming II bedeuteten 1,1 % Zweitstimmen für die NPD (niedrigstes Ergebnis) 2066 Wähler. Im Wahlkreis Elbe-Elster/Oberspreewald-Lausitz II bedeuteten 3,8% Zweitstimmen 4422 Wähler. Im letztgenannten, deutlich kleineren Wahlkreis konnte die NPD also mehr als doppelt so viele Wähler mobilisieren.

    Betrachtet man die Territorialkreise, sieht man wie bei vergangenen Wahlen den „Süd-Gürtel“ mit den höchsten Zweitstimmen-Ergebnissen für die NPD: Elbe-Elster 3,7%, Oberspreewald-Lausitz 3,7%, Spree-Neiße 3,9%. Im Vergleich der kreisfreien Städte, wo die NPD schlechter abschneidet als im ländlichen Raum, hat Cottbus mit 2,2% den höchsten Wert. Die Werte für die NPD in den drei genannten Landkreisen sind rund dreimal so hoch wie ihr Ergebnis im Bundesdurchschnitt (1,3%).

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