Kategorie-Archiv: Stadtleben

„Die Nacht ist immer noch präsent“

veröffentlicht von Redaktion

Lukas A.* war seit Ende der 1980er Jahre in der Gubener Antifa aktiv.
Mittlerweile hat er die Stadt verlassen. Im Interview mit Friedrich Burschel spricht er über die Anfänge der Neonazi-Szene in Guben, den 13. Februar 1999 und das Gedenken an die Tat.

Play 

* Name von der Redaktion geändert

„Eine politisch motivierte Tat kann nicht ausgeschlossen werden“ – Über das Unbehagen mit der Mutmaßung

veröffentlicht von Jacob Roeth

„Die Sachverständige Prof. John hat außerdem angeregt, eine Neudefinition von fremdenfeindlichen Straftaten vorzunehmen. Diese Neudefinition solle Ermittlungen gegen Rechtsextremismus als Standardaufgabe bei Gewalt gegen Einwanderer etablieren. Die Polizei erkenne fremdenfeindliche Straftaten bisher nur, wenn entsprechende Symbole aufgetaucht seien, wie Hakenkreuze, Bekennerschreiben etc. Deshalb müsse das Prüfen auf einen rechtsextremistischen Bezug als Standardermittlung bei Gewalt gegen Einwanderer eingeführt werden.“ (Empfehlung des NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestages, Beschlussempfehlung und Bericht des 2. Untersuchungsausschusses nach Artikel 44 des Grundgesetzes, S. 828) Weiterlesen

„In Guben war es wie in einem schwarzen Loch“

veröffentlicht von Alexandra Klei

Guben, Kleingartenanlage

Guben, Kleingartenanlage

Im Mai 2000 gehörte Andrea zu einer Gruppe von Jugendlichen, die sich auf einer Skaterbahn in der Obersprucke trafen. Sie erzählte uns damals in einem Interview für das Buch: Nur ein Toter mehr… von der Stimmung nach dem 13. Februar in Guben und ihrem Alltag, der wesentlich von Angriffen durch Neonazis bestimmt war. 2001 ist sie zum ersten Mal aus der Stadt weggezogen. Wir trafen uns im Januar 2013 erneut und sprachen mit ihr über ihre Erinnerungen und die Frage, was sich in Guben verändert hat. Weiterlesen

Nach der verlorenen Zeit

veröffentlicht von Daniel Krüger

Der folgende Beitrag von Alexandra Klei und Daniel Krüger erschien zuerst in der Jungle World vom 14. Februar 2013.

Die Prozessbeobachtungsgruppe Guben begleitete von 1999 bis 2002 das Gerichtsverfahren wegen des rassistischen Angriffs, der in der Politik und den Medien als „Hetzjagd von Guben“ bekannt wurde. Zwei damalige Mitarbeiter des Projekts haben die Kleinstadt an der Neiße besucht. Ein Spaziergang durch Guben. Weiterlesen

„Über Guben weiß ich, dass, wenn ich hier weg bin, ich nicht mehr zurück komme.“

veröffentlicht von Redaktion

Guben, Am Dreieck

Guben, Am Dreieck

Samy ist einer der wenigen Jugendlichen, die heute in Guben leben und sich als links, alternativ und unangepasst verstehen. RE:GUBEN traf ihn im November 2012 und sprach mit ihm über das Leben in einer Stadt, in der kaum jemand ein Problem mit Rechtsextremismus sieht.

RE:GUBEN: Wie hast Du zum ersten Mal vom Tod von Farid Guendoul gehört.

Samy: Ich war 1999 ja erst 5 Jahre alt; also habe ich das erst einige Jahre später wirklich wahrgenommen. Ich glaube, meine Schwester hat mir davon erzählt. Und ansonsten findet man ja zum Beispiel Videos auf youtube. In der Schule ist das kein Thema. Es gab in den letzten Jahren auch keine Gedenkveranstaltungen mehr, jedenfalls habe ich nichts mitbekommen. Ich habe schon überlegt, selbst eine zu organisieren, aber hier sind zu wenige Menschen, die daran teilnehmen würden. Und wenn man dann da zu fünft steht, ist das ja auch deprimierend. Weiterlesen