Gubener Abgeordneter der NPD greift Demonstranten an

veröffentlicht von Redaktion

Am vergangenen Sonnabend lief die Brandenburger NPD ein weiteres Mal mit ihrer Anti-Asylbewerber-Tour auf. Die Zentrale Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt und das Asylbewerberheim in Fürstenwalde waren die Ziele. In Eisenhüttenstadt hetzten die Teilnehmer der NPD-Kundgebung nicht nur gegen Flüchtlinge, sie griffen mit Fahnenstangen und Pfefferspray und unter Rufen wie „Straße frei der deutschen Jugend“ Gegendemonstranten an. Das Bündnis „Kein Ort für Nazis in Frankfurt (Oder)“, einer der Veranstalter des Protests, berichtet von sechs Verletzten. Eine Person musste stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Unter den Angreifern befand sich der Gubener Markus Noack, seit 2008 für die NPD Abgeordneter im Kreistag Spree-Neiße. Ein Fotograf vor Ort hielt die Situation im Bild fest. Das dpa-Foto zeigt Noack in Aktion (rechts): Unmittelbar vor einer Gruppe Gegendemonstranten stehend setzt er Pfefferspray gegen sie ein. Die MOZ beschreibt den Angriff als „wutentbrannt“.

Die Polizei löste die NPD-Veranstaltung auf, nahm Anzeigen auf und kontrollierte Personalien. Die Teilnehmer hätten gefährliche Gegenstände bei sich getragen und der Versammlungsleiter sei nicht dagegen vorgegangen. Der NPD-Tross setzte sich daraufhin nach Fürstenwalde in Bewegung und hielt dort seine Kundgebung ab.

In Eisenhüttenstadt und Fürstenwalde trafen die rund 20 NPD-Anhänger auf Protest. In Eisenhüttenstadt demonstrierten etwa 80, in Fürstenwalde etwa 70 Menschen gegen die ausländerfeindliche Kampagne. Seit Mai tourt die Brandenburger NPD durchs Land, sucht Orte mit Asylbewerberunterkünften bzw. nahe gelegene Städte auf, um dort Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Zuletzt war die NPD im Süden des Landes unterwegs – dabei wie gewöhnlich ihre Gubener Ortsgruppe, die teils über ein Drittel der Teilnehmer stellte. In Cottbus, Forst (Lausitz) und Senftenberg-Sedlitz sah sich der Gubener „Export“ allerdings mit vielfältigen Bürgerprotesten konfrontiert.

Noack als einer der aktiven „Reisekader“ des NPD-Kreisverbands Lausitz hob sich bei diesen und anderen Gelegenheiten allenfalls dadurch hervor, dass er Fahnen oder Transparente durch die Gegend trug. Im Kreistag erscheint er von der Abgeordnetentätigkeit kommunikativ und intellektuell etwas überfordert. Als „Mann der Tat“ dürfte er nun aber einem polizeilichen Ermittlungsverfahren entgegensehen.

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