NPD-„Bürgernähe“

veröffentlicht von Redaktion

Am 23. März versuchte der NPD-Kreisverband Lausitz, mit Infoständen – unter anderem in Guben – aus seinem derzeitigen Aktionstief herauszukommen. Außerdem hatte die Bundespartei ihre Mitglieder zu einem „sozialen Tag“ aufgerufen, der wie eine Art Subbotnik für Neonazis wirkte.

Auch wenn die NPD mit ihrer Anti-Euro-Kampagne zuletzt bei der Landtagswahl in Niedersachsen eindrucksvoll scheiterte, bot ihr die aktuelle Situation in Zypern Anlass, ein weiteres Mal das angstbesetzte Thema „Finanzkrise“ in ihrem Sinne aufzugreifen. Der NPD-Kreistagsabgeordnete Karsten Schulz und ein paar andere traten dazu am Sonnabend in Obersprucke an.

Die Dokumentation dieser Infostände in der Lausitz durch die NPD lässt das Publikum regelmäßig über Wahn und Wirklichkeit reflektieren: Fotos zeigen zwei, drei einsame Parteiaktivisten mit Klapptisch und Werbezetteln auf menschenleeren Plätzen – dazu lässt die NPD verlauten, dass sich die Bürger für ihre Informationen interessiert hätten.

Die NPD-Spitze hatte für den Sonnabend außerdem einen „sozialen Tag“ ausgerufen, an dem die Parteimitglieder „Gutes“ für die Allgemeinheit tun sollten. Nach Einschätzung des bnr ist diese Idee, sich als „Kümmerer-Partei“ darzustellen, auf ganzer Linie gescheitert.

In Guben und Umgebung beschränkte sich der Einsatz der NPD-Aktivisten darauf, nachträglich den „Heldengedenktag“ zu begehen und unter anderem an Kriegerdenkmälern Blumen und Kerzen abzulegen – wie in den Jahren zuvor.

Der nationalsozialistische „Heldengedenktag“ im März wurde 1934 geschaffen. Er ersetzte den Volkstrauertag, der in der Weimarer Republik am Sonntag Reminiscere begangen wurde, und stellte die Heldenverehrung in den Mittelpunkt des Gedenkens. Ab 1939 wurde der Termin auf den 16. März – den Tag der Wiedereinführung der Wehrpflicht – bzw. den Sonntag davor gelegt. Auch wenn die Gubener NPD in diesem Jahr – offenbar aus organisatorischen Gründen – zu spät dran war: Wer im März der Kriegstoten als Helden gedenkt, bezieht sich damit auf eine nationalsozialistische Tradition.

 

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